Taxen vs. Mietwagen und der Mindestlohn!

Früher gab es keinen Mindestlohn (ML), sondern es wurde nach Umsatz bezahlt. Das hatte zur Folge, dass die Nachtschichten etwa 12 Stunden – minus der Pausen – lang waren. Keine und Keiner hat über zu wenig Umsatz geredet.

Heute wird nach 3 – 4 Stunden das Auto vor eine Teestube oder auf den Hof gestellt und es wird unter dem Fahrpersonal mehr denn je über den Umsatz gesprochen. Die Frage muss aber sein warum wird über Umsatz gesprochen? Die Fahrerinnen und Fahrer bekommen doch jetzt Mindestlohn!Der ML setzt sich aus Grundlohn und Zuschlägen zusammen. Mit der Einführung des ML sollte das Thema – „Umsatzbeteiligung“ für das Fahrerpersonal – eigentlich der Vergangenheit angehören. Aber warum legt dieses dann die Arbeit nieder, um für mehr Umsatz zu demonstrieren? Ich kann das nicht wirklich nachvollziehen. Ist die Erde doch eine Scheibe, oder lässt sich in Kassel das Fahrpersonal vor den Karren der Unternehmer spannen?

In anderen Städten wird von Unternehmern und Fahrer/innen auch demonstriert. Aber nicht wegen der Umsätze, sondern aus Sorge um das Taxigewerbe. In diesen Städten treiben UBER, MOIA und andere Fahrdienstvermittler ihr Unwesen. In Kassel dagegen, demonstriert das Fahrpersonal der Taxen gegen die Mietwagenkonkurrenz, die allein für schwindende Umsätze verantwortlich gemacht wird.

In anderen Städten freut man sich über Kontrollen vom Zoll, weil immer wieder Verstöße gegen das MLG (Mindestlohngesetz) festgestellt und schwarze Schafe bestraft werden. In Kassel sind bei solchen Kontrollen die Haltplätze am Tag und in der Nacht leer, bis die Kontrollen zu Ende sind. Warum eigentlich? Ich denke, es bekommen doch alle den Mindestlohn! Leider ist der Erfolg solcher Kontrollen bescheiden! Zum Glück für viele, weil der Zoll die falschen Ansätze bei seinen Kontrollen hat.Bei einer Entlohnung nach Umsatz hatten die Fleißigen ihr Auskommen, die weniger Fleißigen eben nicht. In dem Gewerbe ist schon immer gejammert worden und wird auch weiter gejammert, egal wie gut oder schlecht es dem Taxengewerbe gerade geht. Zu dem Thema ML für das Fahrpersonal läst sich bestimmt noch einiges sagen. Darauf möchte ich aber mal fürs Erste verzichten.

Nur so viel: Es gibt in Kassel tatsächlich Unternehmen, die den Mindestlohn zahlen. Deren Fahrerpersonal hat offiziell einen 8 Stunden Arbeitstag. Inoffiziell sollen sie jedoch 10 Stunden für das Unternehmen fahren. Dieser Forderung kommen die meisten FahrerInnen ohne zu murren nach.

An allem sind sicher die bösen, bösen Mietwagen Schuld!?!?

Euer: Jack

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