Alle Beiträge von Manfred Alter

Informationsseite für Taxi- und Mietwagenfahrer*innen!

Die Informationsseite für „Kutscherinnen und Kutscher“ ist für alle im Taxi- und Mietwagengewerbe beschäftigten Kolleginnen und Kollegen in der Nordhessischen Region, „Kassel und Umgebung“ gedacht. Einige – nicht wenige – Themen werden auch bundesweit von Bedeutung sein!

An dieser Stelle soll künftig, neben den ganz alltäglichen Problemen im Personenbeförderungsgewerbe, auch über Neuigkeiten und Entwicklungen  – von weitreichender Bedeutung – für das Gewerbe berichtet werden. Dabei geht es um neue Trends und Pläne von größen Investoren, die mit neuen Ideen – z. B. selbstfahrende Taxen – Gewinne bei der Personenbeförderung einstreichen wollen. Einige bedrohen das Taxi- und Mietwagengewerbe ganz allgemein, andere unmittelbar die Existenz von uns Fahrerinnen und Fahrern. Damit werden wir uns in naher Zukunft auseinandersetzen müssen.

Die Gegnerschaft zwischen Taxi- und Mietwagenkolleg*innen wird auf dieser Seite nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Denn: Wenn der Hauptschwerpunkt letztendlich nur darin besteht, Mietwagenfahrer*innen platt zu machen, bzw. Unternehmen in denen diese arbeiten zu eliminieren, dann greift dies zu kurz. Dies könnte im Höchstfall für ein kurzfristiges, wenn auch nur geringfügiges Ansteigen der Umsätze auf Seiten der Taxifahrer*innen sorgen. Eine stabile, existenzsichernde Zukunftsperspektive ergibt sich daraus nicht. Zudem arbeiten auf „beiden Seiten der Medaille“ die Kolleginnen und Kollegen unter sehr ähnlichen und wenig zufriedenstellenden Bedingungen. Auch könnten wir uns eines Tages gegenseitig brauchen. Besonders mit Blick auf zukünftige Entwicklungen im Gewerbe. Der gesetzliche Mindestlohn und das Auftauchen dubioser Geschäftemacher mit Taxi-Apps sind da nur ein kleiner Vorgeschmack.

Diesen neuen Herrausforderungen müssen wir uns stellen!

Um eine geschlossene Gegenwehr in Gang zu setzen und den Blick über den Tellerrand hinaus zu schärfen, wird diese Seite – die vormals von der IG der Kutscherinnen und Kutscher betrieben wurde – nun als allgemeine Informationsseite für Taxi- und Mietwagenfahrer*innen weitergeführt. 

Jede Kollegin und jeder Kollege ist herzlich dazu eingeladen, sich mit Inhalten, aber auch an der Gestaltung der Seite, zu beteiligen. Jeder Beitrag, jedes Foto, Kommentare und Anregungen etc. sind willkommen. Dazu kann als schnellste Möglichkeit, dass Kontaktformular genutzt werden. Natürlich ist auch der Postweg möglich. Das Formular, eine E-Mailadresse und die Postanschrift ist unter dem Link – KONTAKT – im obigen Menue zu finden.

Vielleicht kommen wir ja auch mal hin und wieder zusammen, um uns über all jene Dinge auszutauschen, die uns auf den Nägeln brennen.

Fakt ist: Das Vertrauen, das eine handvoll aktiver Kolleginnen und Kollegen unsere Probleme schon irgendwie regeln werden, läuft ins Leere. Die IG der Kutscherinnen und Kutscher ist letztendlich daran gescheitert. Langfristig kommen auch wir Taxen- und Mietwagenfahrer*innen nicht ohne einen starken, durchsetzungsfähigen Zusammenschluss – auch überregional – aus. Nur wenn alle mit anpacken, können wir unsere Lebensrealität verändern. Verbessern!!!

Fazit: Das Personenbeförderungsgewerbe gehört kräftig umgekrempelt. Es muss sich – wenn es denn eine Zukunft haben soll – neuen Anforderungen und Bedürfnissen stellen. Dabei ist es absolut wichtig, dass diese Veränderungen – die auf das Gewerbe zukommen – nicht über unsere Köpfe hinweg und zu unserem Nachteil stattfinden.

„Das Personenbeförderungsgewerbe von heute, wird in nicht allzu ferner Zeit keine Zukunft mehr haben. Wir müssen endlich wach werden, unsere Trägheit – zu der sicherlich auch unsere Arbeitsbedingungen erheblich beitragen – überwinden und uns für die Zukunft rüsten.“

Ein erster Schritt könnte die gelegentliche, aber auch gerne ständige Mitarbeit an dieser Seite sein.

Die Redaktion

Ps.:  Alle ehemaligen IGK-Materialien, Beiträge, Aktionen etc. findet ihr unter dem Link – Seiten der IGK

Auch die Facebookseite der IG wird in diesem Sinne weiter betreut: https://www.facebook.com/igkutsche/

MiniCar Kassel zeigt Kasseler Taxi-FahrerInnen wegen illegalem Bereithalten an!

Rathaus-Webseite
ES REICHT!!!

Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen der SCM GmbH (MiniCar Kassel), als sie Taxen die sich illegal vor Diskotheken bereit hielten aufschrieben und anschließend beim Ordnungsamt meldeten.

Laut Aussage der Geschäftführung der SCM GmbH handelt es sich hierbei um eine Reaktion auf die einseitige Ahndung der Verletzung der Rückkehrpflicht von MiniCar-FahrerInnen, durch die Kasseler Ordnungsbehörde. So seien beispielsweise zur Karnevalszeit, vor dem „Düsseldorfer Hof“ nur Ordnungswidrigkeiten von MiniCar-FahrerInnen wegen illegalem Bereithalten geahndet worden, obwohl sich dort TaxifahrerInnen – in langer Schlange aufgereiht – ebenfalls nicht an die Spielregeln gehalten hätten.

Es heißt sogar: Das Ordnungsamt habe seit einiger Zeit extra zwei Beamte dafür abgestellt, um ausnahmslos Verletzungen gegen die Rückkehrpflicht von MiniCar-FahrerInnen zu ahnden. Dabei hätten die Ordnungshüter sich regelrechte Verfolgungsfahrten mit MiniCar-FahrerInnen geliefert. Es soll zu einer Flut von Anzeigen gekommen sein.

Das wollte die Geschäftsführung der SCM GmbH so nicht mehr hinnehmen und hat nun darauf entsprechend reagiert. Sie hat ihrerseits Anzeigen gegen Taxi-FahrerInnen, die ebenfalls fortwährend – vor den Kasseler Diskotheken – gegen die Rückkehrpflicht verstoßen, zur Ahndung bei der Kasseler Ordnungsbehörde eingereicht.

Taxi-Kolleginnen und Kollegen die der Meinung sind, dass es sich dabei nur um eine Lappalie handelt und sie deswegen nicht belangt werden können, sei gesagt: Die Verantwortlichen der SCM GmbH werden unbedingt auf einer Ahndung, der von ihnen dokumentierten Ordnungswidrigkeiten, bestehen. Dafür sind sie bereit alle Register ziehen!

Fr-Erbert-Strasse

Liebe Kolleginnen und Kollegen Taxifahrerinnen und Taxifahrer!

Die IG der Kutscherinnen und Kutscher hat wiederholt darauf hingewiesen, dass so etwas irgendwann passieren kann. Denn es ist nun einmal so, dass z. B. vor den Diskotheken – egal wir besch… diese dort angeordnet sind – nur eine begrenzte Anzahl legaler Halteplätze zur Verfügung stehen. Jedes Taxi das dort zuviel steht, verstößt ebenfalls gegen die „Rückkehrpflicht“. Nämlich der Rückkehr auf einen ausgewiesenen, regulären Halteplatz an dem die angegebene Kapazität von Taxen, durch einen Halt dort, nicht überschritten wird.

Über die Probleme mit den Halteplätzen, wird unsere IG der Kutscherinnen und Kutscher auch weiter mit Vertretern der Stadt reden (verhandeln) müssen.

IG: Treffen mit den Verantwortlichen der SCM GmbH

Nach den Sommerferien ist außerdem ein Treffen mit den Verantwortlichen der SCM GmbH geplant. Die Bereitschaft zu einem Gespräch wurde uns bereits signalisiert. Vielleicht ist ja auch eine „friedliche“ Beilegung bzw. Entkrampfung des Konfliktes möglich.

Fakt ist, dass dieser Konflikt derzeit auf Kosten der FahrerInnen (MiniCar wie Taxi) geführt wird. Und dies in einer Zeit, wo die Umsätze immer weiter sinken. Das ganze Gewerbe braucht unbedingt einen innovativen Schub. Allein mit der Beförderung von Personen ob gesund oder krank, ob alt oder jung und ein paar Gegenständen wird das Gewerbe nicht überleben. Die Einführung von Rollstuhlfahrten war eine solche. Aber das reicht bei weitem nicht aus, um das Gewerbe zu retten und wieder rentabel zu machen. Das Gewerbe muss sich neu aufstellen und entsprechen umgebaut werden.

Da sind vor allem die UnternehmerInnen gefragt! Es reicht einfach nicht aus, am Ende der Schicht die Hand aufzuhalten und die wieder mal schlechten Umsätze zu beklagen.

Und! Liebe Kolleginnen und Kollegen TaxifahrerInnen!

Habt Ihr Euch schon mal gefragt was passieren wird, wenn die MiniCars im „Kampf“ besiegt wurden? Wobei wir, die IG der Kutscherinnen und Kutscher, einen solchen „Sieg“ nicht für möglich halten. Aber, mal angenommen! Wo werden wir die arbeitslos gewordenen FahrerInnen wiedersehen? Alle FahrerInnen z. B. der Kasseler MiniCar haben einen Personenbeförderungsschein mit Ortkenntnisprüfung. Unsere Chefs jedenfalls dürfte es freuen. Endlich ein Pool von FahrerInnen, aus dem sie sich die Besten aussuchen und noch ein wenig mehr Leistungsdruck auf uns ausüben können.

NEIN! „Kampf“ gegeneinander stellt nicht die Lösung unserer dringendsten Probleme dar. Die IG wird nach der Sommerpause, Gespräche mit unseren „Gegnern“, zuerst mit der Geschäftsführung der SCM GmbH aufnehmen und sondieren ob friedliche Lösungsansätze denkbar sind.

Solange liebe Taxi–Kolleginnen und Kollegen seit wachsam. Meidet bereits überbelegte Halteplätze. Ihr könnt uns gerne auch Anregungen zukommen lassen, an Taxi-Schildwelchen Halteplätzen Handlungsbedarf besteht. Denn die Halteplatzsituation in Kassel bleibt auch weiterhin eines unserer Schwerpunktthemen. Und wir werden sicher bald Gelegenheit haben, diese mit VertreterInnen der Stadt zu erörtern. … (MA)

Mindestlohn im Berliner Taxigewerbe existiert nur auf dem Papier…

… Behörde enthält ver.di wichtige Informationen vor.

Artikel von Andreas Komrowski unter Mitarbeit von Peter Dinkloh vom April 2016
(Quelle LabourNet Germany: siehe Ende des Beitrags)

Mindestlohn im TaxigewerbeDie Unternehmerverbände des Berliner Taxigewerbes behaupten, die Situation sei schwierig, aber der Mindestlohn würde gezahlt. Nach Auskunft eines Mitglieds der Vertrauensleuteversammlung Taxi bei ver.di stimmt das jedoch  nur auf dem Papier. Immer wieder wenden sich KollegInnen an die Gewerkschaft, um sich nach der Rechtslage zu erkundigen. Die meisten scheuen jedoch den Konflikt, um ihre Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Sie beklagen, dass die UnternehmerInnen Arbeitszeiten nach Gutdünken berechnen. Insbesondere Bereitschaftszeiten an den Halteplätzen werden nicht bezahlt.

Die häufigsten Umgehungsmethoden  sind elektronische Taxameter, die nach wenigen Minuten Stillstand des Taxis ohne Fahrgast auf “Pause” schalten, selbst wenn an der Halte vorgerückt wird. Diese Zeiten ohne Fahrgast, die sehr wohl Arbeitszeit sind, werden  nicht bezahlt. Andere Unternehmen legen den KollegInnen  gefälschte Schichtzettel zur Unterschrift vor. Weitere teilen die tatsächlichen  Einnahmen des Fahrers  durch einen fiktiven Umsatz, der pro Stunde hereingefahren werden soll, und “errechnen” so die Stundenanzahl, die sie bezahlen wollen. Wenn in Wirklichkeit länger gearbeitet wurde, gelten die weiteren als “sonstige Arbeitsstunden”, die nicht regulär versicherungspflichtig – wenn überhaupt –  vergütet werden.

Der  Zoll kommt seiner  Aufgabe, die Einhaltung des Mindestlohns zu kontrollieren, nicht nach. Er hat Schwerpunkte in anderen Branchen,  zudem wurden 300 BetrebsprüferInnen vorübergehend zur Ersterfassung von Flüchtlingen versetzt, wie auf einer Veranstaltung des DGB zum Thema Mindestlohn im letzten  September bekannt wurde.

In den meisten Betrieben wird weiterhin nach prozentualer Beteiligung am eigenen Umsatz bezahlt und das Ausfallsrisiko somit auf die ArbeitnehmerInnen abgewälzt. Die Einnahmesituation wurde  nach einer Beförderungstarifanpassung im Sommer vorübergehend besser, aber im November 2015  stieg die Anzahl der Taxen mit 7910 auf ein Allzeithoch, wie in der Anlage zu ersehen ist. Die Einnahmen pro Schicht sinken also wieder.  Der Grund dafür ist, dass die Konzessionszahlen in Berlin freigegeben sind. Für größerere Betriebe ist es ein Leichtes, weitere Taxen auf die Straße zu stellen.

Die  Zahlen der vergebenen Konzessionen sind den Unternehmensverbänden bekannt, wie der Vorsitzende von Taxi Deutschland, Ertan Ucar, uns gegenüber telefonisch bestätigte. Auch wir erhielten sie vom zuständigen Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) problemlos. Ver.di als zuständiger Fachgewerkschaft werden sie jedoch trotz Aufforderungsschreiben verweigert!

Durch  die Ungleichbehandlung der Tarifpartner wird die Entwicklung konkreter Forderungen zur Verbesserung der Einkommen und Arbeitsbedingungen, welches die Kernaufgabe von Gewerkschaften berührt, behördlich torpediert.

Höhere Einnahmen würden  zwar nicht automatisch zu höheren Löhnen führen, aber sinkende Einnahmen und mehr Taxen auf den Straßen vergrößern definitiv  den Druck auf die beschäftigten KollegInnen.  Ver.di möchte diesen Prozess stoppen und setzt sich für eine Regulierung der Konzessionszahlen ein.

Die Kenntnis der Gewerbesituation für beide Seiten wäre  zudem essentielle Voraussetzung zur Führung von Tarifverhandlungen.

Daher ist  die Aushändigung aller maßgeblichen Unterlagen über  Konzessionen, also nicht nur Neuanträge, sondern auch  Abmeldungen von Konzessionen  und Bestandszahlen,  an ver.di als zuständiger Fachgewerkschaft deren gutes Recht. Es erscheint mehr als merkwürdig, dass selbst um solche formalen Selbstverständlichkeiten der Mitbestimmung im Taxigewerbe mühsam gerungen werden muss. Der Verdacht, dass Politik und Unternehmensverbände gut damit fahren, dass das Taxigewerbe ein prekärer Bereich ist, wo viel am Gesetz vorbei gemauschelt wird, liegt somit nicht fern.


Mit freundlicher Genehmigung des Kollegen Andreas Komrowski und LabourNet Germany zum Originalbeitrag geht es hier

IG der Kutscherinnen und Kutscher unterstützt Bündnis Nahverkehr für Kassel!

Nahverkehrsdemo-LogoBeginn 13 Uhr am Hauptbahnhof
Schlusskundgebung 14.30 Uhr Rathausplatz!

  • Mit der von der KVG geplanten Netzreform werden erhebliche Verschlechterungen für die Personenbeförderung mit Bus und Tram eintreten:
  • Buslinien werden gestrichen längere Wege und häufigeres Umsteigen
    Wohngebiete werden vom Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) abgehängt
  • Taktausdünnungen am Wochenende und in den Abendstunden
  • Einschränkungen der Mobilität für Viele: z. B. Schüler*innen,Senior*innen, Menschen mit Behinderungen, von Armut und sozialer Ausgrenzung Betroffene

    Als Folge der Netzreform werden Autoverkehr und damit die Umweltbelastung zunehmen. Die Pläne der Netzreform stehen im Widerspruch zum “Verkehrsentwicklungsplan Stadt Kassel 2030“, der “hochwertige Angebote“ bezogen auf den ÖPNV fordert.

    Gegen die Netzreform der KVG regt sich bereits breiter Widerstand. Sie muss grundlegend überarbeitet werden. Wir geben uns nicht damit zufrieden, dass eventuell die eine oder andere Angebotsverschlechterung zurückgenommen wird, während es für andere Linien Verschlechterungen gibt. Wir erwarten klare Aussagen der Parteien vor der Kommunalwahl, damit die Wähler entscheiden können, welcher Partei sie ihre Stimme geben! Eine Verschiebung bis nach der Wahl ist unredlich.

    Wir fordern:

  • einen attraktiven und zukunftsfähigen öffentlichen Nahverkehr in Kassel
  • Senkung der Fahrpreise
  • Taktverdichtung und Ausbau der bestehenden Linienführungen von Bus und Tram
  • Busverkehr anstatt Anruf-Sammel-Taxen (AST)
  • Keine weiteren Privatisierungen des Nahverkehrs
  • bessere Arbeitsbedingungen für die Fahrer*innen!

    Diesen Aufruf unterstützen:
    Siehe: facebook


    Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Regine Kändler, Ernst-Röttger-Str. 9, 34134 Kassel

Neue Regeln zum Befahren der Fussgängerzone:

Ergebnis_Fussgaengerzone(Quelle: HNA-Online vom 25.11.2015 – Kassel)

Arztfahrten für Taxis jetzt
Axel-Schwarzeinfacher

Mitte. Im Konflikt um Patientenfahrten von Taxis und Minicars zu Arztpraxen in der Fußgängerzone haben sich Stadt und Fahrgastunternehmen jetzt auf Erleichterungen geeinigt.

Unter Einhaltung bestimmter Regeln dürfen die Chauffeure von Taxis und Mietwagen neuerdings bei Patientenfahrten bestimmte Punkte im Raum Wilhelmsstraße sowie zwischen Königsplatz und Stern ansteuern, ohne einen Strafzettel zu riskieren.

Dass es für die Hilfsbereitschaft der Fahrer immer wieder solche Quittungen gibt, hatten die beiden Kasseler Taxifahrerverbände wiederholt kritisiert. Auf Einladung von Verkehrsdezernent Christof Nolda hat es daraufhin zwei Runde Tische mit Vertretern der Stadt, von Taxi- und Minicar-Zentralen sowie der Fahrervereinigungen gegeben.

Dabei ist die Stadt von ihrer früheren Linie abgerückt, den Taxis zum Befahren der Fußgängerzone den Kauf von autogebundenen Sondergenehmigungen anbieten zu wollen. Das sei viel zu teuer, hieß es von den Unternehmern. Statt dessen sollen Patientenfahrten nun ähnlich wie der Lieferverkehr behandelt werden.

Diese Vereinbarungen wurden – zunächst testweise für ein Jahr – getroffen:

  • Bis 11 Uhr dürfen Taxis und Minicars bei Arztfahrten ebenso wie Lieferanten in die Wilhelmsstraße fahren und dort auch halten – Bedingung: Sie legen ein Schild „Krankenfahrt“ oder „Arztfahrt“ hinter der Windschutzscheibe aus.
  • Von 11 bis 19 Uhr sollen die Chauffeure in der Fußgängerzone auf jenen Flächen halten, die als eingeschränktes Halteverbot oder als Anwohnerparkplätze markiert sind. Auf Strafzettel will die Stadt verzichten, wenn ein Schild ausgelegt ist.
  • Die Zufahrt zur Wilhelmsstraße ist allein von der Garde-du-Corps-Straße her gestattet – das Ordnungsamt wird dort links auf Höhe des Kinos noch eine Stellfläche ausweisen.
  • Auf dem Landgraf-Philipps-Platz können Taxifahrer bei Arztfahrten im Raum Untere Königsstraße / Stern ihre Autos abstellen. Der Platz ist seit kurzem ohne zeitliche Einschränkung für den Lieferverkehr freigegeben, so dass das neue Verfahren auch dort gilt.
  • Arztpraxen am oberen Königsplatz können über den Hof an der Mauerstraße angefahren werden – die Schranke dort soll eine Klingel bekommen.
  • Nach wie vor bleiben die Obere und Untere Königstraße, der Opern- und der Königsplatz tabu für Taxis und Minicars – auch mit Patienten.

Vor den Beratungen seien Mitarbeiter der Bauverwaltungs- und des Straßenverkehrsbehörde den Hinweisen auf schwierig erreichbare Arztpraxen nachgegangen, sagte Rathaussprecher Ingo Happel-Emrich auf Nachfrage der HNA. Aus Sicht der Stadt gebe es nur bei sehr wenigen Praxen echte Zufahrtsprobleme, die durch geringfügige Änderungen an der Verkehrsbeschilderung zu beseitigen seien. „Unter Inkaufnahme von kleinen Fußwegen“ könne damit nun jede Arztpraxis in der Fußgängerzone per Taxi oder Minicar erreicht werden.